Zweikirchen

Ein recht ansehnliches Alter weist das hinter Wald und Hügel, süd-östlich von Landshut, gelegene Zweikirchen jedoch auf. In einer Schenkungsurkunde überlässt Bischof Wolfram (gestorben 937) einem gewissen Gottschalk unter anderem die Ortschaft "Zeinkircha". Eine spätere Schenkungsurkunde nennt einen Hof in "Zueinchirichum". Noch früher, 818, übergibt eine gewisse Imma an Bischof Hitto den Ort Stachersdorf samt einer Kirche. Diese Kirche darf mit Recht als jene in Zweikirchen angesprochen werden. 

Schon die Entstehung des heutigen Ortsnamens Zweikirchen ist eine kurze Betrachtung wert. Mit zwei Kirchen hat er jedenfalls nichts zu tun. Sein Ursprung ist vielmehr dem früheren, bis in die Zeit der ersten Eisenbahn reichenden, Anbau von rotem Wein zuzuschreiben.

Wenn auch die Schreibweise, z.B. 1531 Zwainkirchen, ca. 1750 - 1790 Zwaykirchen, zum Jahrhundertwechsel 1700/1800 Zweykirchen und erst im 19.Jahrhundert Zweikirchen, dies nicht sofort erkennen lässt. Es ist zu vermuten, dass sich der Ort "Z'weykirchen" in der Zeit vom 9. - 10. Jahrhundert gebildet hat und seinen Namen bekam, weil die Kirche in der Nähe eines Weinberges gestanden hat. Noch heute existiert der Flurname Weinberg und eine gut erhaltene Renaissance-Figur des Hl. Urban als Patron der Winzer weist ebenfalls darauf hin.Zweikirchen

Erste Unterlagen über die Gastwirtschaft, ein Anwesen das noch heute den Charakter des Ortes entscheidend mitprägt, sind in Form von zwei so genannten Spaltzetteln vom 30.09.1526 und 17.11.1531 von einem Prozeßakt über den Streit wegen Holzland verbunden.

Möglicherweise bestand aber die Gastwirtschaft schon im 14.Jahrhundert. Die Besitzerreiheder damaligen Tafernwürthschaft zu Zweykirchen ist von 1526 an bis heute, mit einigen Lücken im 16. Jahrhundert, vollständig bekannt. Unser Herbergslokal ist demnach noch um einige Jahrhunderte älter als unser Verein.

Die Notwendigkeit zum Fortbestand des Gasthauses wurde immer wieder durch amtliche Urkunden belegt, und jedem "Würth" die "Befugnis zum Ausschank von geistigen und nicht- geistigen Getränken" unter den damals üblichen Auflagen, wie das Aufstellen eines mit Wasser gefüllten Spukeimer, erteilt. 

Etwa um 1810 gab es in Zweikirchen zwölf Anwesen, die der Ortschaft einen stillen, von Landwirtschaft geprägten Charakter verliehen.Dies war auch zur Jahrhundertwende, dem Gründungszeitpunkt der Freiwilligen Feuerwehr, nicht anders und die Einwohner verdienten in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt.

Bis in die heutige Zeit hat sich das Dorfbild trotz der verschiedenen Baumaßnahmennach dem zweiten Weltkrieg nicht wesentlich verändert, so dass sich im heutigen Zweikirchendie alteingesessenen Höfe und Anwesen mit den neueren Einfamilienhäusern gut vermischthaben.

Auch die Dorfgemeinschaft und der Zusammenhalt ist gleich geblieben, obwohl nur mehr wenige in der Landwirtschaft tätig sind und der überwiegende Teil auswärts seiner Arbeit nachgeht.

Die Einwohner in und um Zweikirchen haben es sich nicht zuletzt selbst zu verdanken, dass sie den stillen Dorfcharakter bewahren konnten, und dadurch noch ein Stück "Heile Welt" haben. 

Zweikirchen 1990