Feuerwehren und Tierärzte retten acht Pferde

Pferdetransporter umgestürzt: Ein Tier getötet - Wildwechsel offenbar Unfallursache
Quelle: Landshuter Zeitung, 27.04.2015

Ein getötetes Sportpferd und mehrere verletzte Pferde - das ist die Bilanz eines folgenschweren Verkehrsunfalls, der sich am Sonntagmorgen bei Kumhausen ereignete. Ein Gespann mit insgesamt neun Araberpferden war kurz vor 5 Uhr zwischen Zweikirchen und Hachelstuhl von der Straße ab und seitlich zum Liegen gekommen.  Mit vereinten Kräften retteten Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren und Tierärzte acht Pferde aus dem umgestürzten Transporter. Für eines der Tiere kam jede Hilfe zu spät. Die drei Insassen des Lastwagens blieben unverletzt. Ursache für den Unfall war Polizeiangaben zufolge ein Wildtier, das die Straße überquert hatte.

Das Gespann mit neun Pferden war am frühen Sonntagmorgen auf dem Rückweg von einer Veranstaltung. Die Tiere waren in einem Lastwagen mit aufliegender Transportbox (fünf Pferde) untergebracht. Gegen 4:45 Uhr kam der Lkw mit Anhänger auf der LA27 zwischen Zweikirchen und Hachelstuhl von der Straße ab, als ein größeres Wildtier die Fahrbahn überquerte. Beim Ausweichen fing der Lkw zu schaukeln an - der 26-jährige Fahrer verlor die Kontrolle über das Gespann, da im Straßengraben und auf der Straße zum Liegen kam.

Wie die Landshuter Feuerwehr mitteilt, riss dabei der Auflieger vom Lastwagen ab und kippte um, ebenso der am Lkw hängende Pferdetransportanhänger. Durch die Wucht des Aufpralls und die stürzenden Pferde verschoben sich im Inneren der Transporteinrichtungen die Trennwände zwischen den einzelnen Pferdeboxen. Die alarmierten Feuerwehren begannen an der Einsatzstelle sofort damit, den auf der Seite liegenden Anhänger über die Heckklappe zu öffnen und die ersten Pferde zu befreien. Dabei wurden die Einsatzkräfte von nach und nach eintreffenden Tierärzten und Tierpflegern tatkräftig unterstützt.

Nachdem alle Tiere aus dem Anhänger befreit waren, öffneten die Einsatzkräfte auch den Auflieger. Dies gestaltete sich wegen dessen Lage laut Feuerwehr als sehr schwierig. Mittels technischem Rettungsgerät öffneten die Kräfte zunächst Teile des Daches. Die beiden Pferde, die sich unmittelbar in diesem Bereich befanden, konnten nach dem Abnehmen des Dachs gerettet werden. 

Um die drei weiteren Pferde zu retten, entfernten die Feuerwehrler zuerst die deformierten Abtrennungen aus dem Transporter und schufen eine zweite Zugangsmöglichkeit. Dadurch gelang es zwei weitere Tiere zu befreien. Das letzte im Transporter verbliebene Tier musste sich zunächst noch von den Strapazen des Unfalls erholen, konnte später aber ebenfalls selbstständig aufstehen. Das speziell für Großtierrettungen ausgelegte Tierhebegerät aus Landshut musste nicht mehr eingesetzt werden.

Ein Teil der Rassepferde wurde mit Knochenbrüchen in Tierkliniken eingeliefert, die anderen Tiere wurden von angeforderten Pferdetransporten in ihren Stall gebracht. Acht der neun Pferden konnten durch das schnelle und professionelle Handeln von Feuerwehr, Tierärzten, Pflegern und den Besitzern gerettet werden. Für ein Tier kam jede Hilfe zu spät. Aufgrund seiner schweren Verletzungen konnte es von den Tierärzten nur noch von seienn Schmerzen erlöst werden. Der Fahrer und die beien Beifahrerinnen blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon.

Zur Bergung der Transporter wurde eine Spezialfirma mit Kran angefordert. Die Straße zwischen Zweikirchen und Hachelstuhl war bis 10 Uhr komplett gesperrt. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Zweikirchen, Ast, Tiefenbach, Niederkam und Landshut-Achdorf mit rund 60 Kräften. Die Einsatzleitung lag bei der Feuerwehr Zweikirchen und Kreisbrandmeister Thomas Schmid.

An dme Lastwagengespann entstand laut Polizeibericht ein Sachschaden in Höhr von ungefähr 60000 Euro. Der Schaden an den Araberpferden is bisher noch nicht beziffert worden.

-cs/red-